26 Mai 2005

Keine Anzeichen für Unterdrückung der Hochland-Heimkehrer

Ein Flüchtlingsbeauftragter der Vereinten Nationen, der das vietnamesische Hochland besucht hat, sagte nun, er habe keine Beweise für Unterdrückung oder Misshandlung jener ethnischer Minderheiten gefunden, die von Kambodscha zurück in ihre alte Heimat gekehrt seien.

„Es scheint ihnen gut zu gehen, sie sagen, sie seien von den Behörden weder drangsaliert noch misshandelt worden“, sagte Vu Ang Son, der Leiter des UN Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) in Vietnam.

„Ich hatte versucht, Beweise zu finden, da einige Personen behaupteten, misshandelt worden zu sein, als sie in ihre Heimat zurückgekehrt waren, aber als ich mit den Rückkehrern redete, sagten alle, sie hätten keine Probleme gehabt“, sagte Son, der selbst Vietnamese ist, gegenüber der Nachrichtenagentur afp.

In einer Erklärung des UNHCR heißt es, Son hätte während seines Besuchs vom 18.-21. Mai sowohl örtliche Behörden als auch 18 zurückgekehrte Famillien in den Provinzen Gia Lai und Kom Tum besucht. Insgesamt waren 35 Montagnards im März zurückgekehrt, nachdem im Januar ein Abkommen zwischen UNHCR, Vietnam und Kambodscha unterzeichnet worden war.

Mehr als 1.000 Montagnards waren nach Kambodscha geflohen, nachdem Sicherheitskräfte 2001 Demonstrationen wegen eines Landkonflikts und religiöser Verfolgung ethnischer Minderheiten niedergeschlagen hatten.

Ostern 2004 waren erneut Tausende in der Region auf die Straßen gegangen. Auch in dieser Demonstration hatten die Behörden brutal eingegriffen, was zu einem erneuten Massenexodus nach Kambodscha geführt hatte. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen hatten die Behörden wiederholt beschuldigt, die Heimkehrer Repressionen ausgesetzt zu haben. Die Regierung bestritt jedoch jede Form von Misshandlung.

Das im Januar unterzeichnete Abkommen sollte die Rücksiedlung von über 700 Vietnamesen ethnischer Minderheiten regeln, die sich zu der Zeit in Kambodscha aufhielten. Der Besuch Sons war der erste seit Unterzeichnung des Abkommens.

Der UNHCR unterhielt seit den Demonstratioen vom Februar 2001 Lager in den kambodschanischen Provinzen Ratanakiri und Mondolkiri, die an Vietnam angrenzen. In der jüngsten Erklärung des Hochkommissariats heißt es, die von Son befragten Heimkehrer wären bei ihrer Rückkehr zwei bis fünf Tage in Pleiku, der Hauptstadt der Provinz Gia Lai geblieben, wo sie von den örtlichen Behörden über die Gründe ihrer Flucht befragt worden seien. Man hätte ihnen dann die Regierungspolitik bezüglich der Minoritäten und der heimkehrenden Montagnards erklärt. Auch hätten sie sich einigen verwaltungstechnischen Formalitäten unterziehen müssen. Letzteres wurde in dem Bericht jedoch nicht weiter ausgeführt.