08 Juni 2005

Mieserable Haftbedingungen in Vietnam

Durch einen Brief, den der 28jähriger Kanadier Randy Sachs Anfang des Jahres aus dem Thu Duc Gefängnis in der Province Binh Thuan (östlich von Ho Chi Minh Stadt) schmuggeln ließ, erfuhr die Öffentlichkeit von den teilweise völlig unzureichenden Haftbedingungen in Vietnam. Unterernährung und Krankheiten seien im Gefängnis weit verbreitet, heißt es in dem Brief. Sachs selbst wurde 2003 völlig gesund wegen eines Drogendelikts inhaftiert. Jetzt, nachdem gerade zwei Jahre seiner 16-Jahre-Haftstrafe verbüßt sind, leidet er unter Nierenerkrankung und verrottenden Zähnen. Er ist so schlecht ernährt, dass seine Mutter bezweifelt, er könne die Haftstrafe überleben.
Unter anderem klagt Sachs, die Inhaftierten im Chi Hoa Detention Centre in Ho Chi Minh Stadt, in dem er zunächst einsaß, würden nur dann medizinische Versorgung erhalten, wenn deren Familienangehörigen zu Bestechungszahlungen bereit wären. Seine vier mal sieben Meter große Zelle teile er mit sieben weiteren Gefangenen und Heerscharen von Kakerlaken und Ratten. Frische Luft käme nur in die Zelle, wenn die Wärter zwei mal täglich die Reisrationen durch die Klappe reichten. Durch das fehlende frische Wasser zum Trinken und Sich-Waschen habe er bald Ausschläge und Krätze bekommen.
Samuel Dong Sung Kim, ein anderer inhaftierter Kanadier, habe über das Konsulat erreichen können, einmal pro Woche auf die Krankenstation zu kommen. Dort habe er über Brustschmerzen und Schwindelanfälle geklagt. Der Arzt habe Sams Puls gefühlt, den aber in Ordnung gefunden und den Häftling mit der Begründung, er solle aufhören zu versuchen, freie Medizin zu bekommen, in die Zelle zurückgeschickt. Eine Woche später hatte Sam einen Herzanfall, der zum Glück nicht tödlich verlief.
Nach ihrer Verurteilung wurden Randy Sachs und Samuel Dong Sung Kim ins Thu Duc Gefängnis verlegt. Dort mussten sie miterleben, wie ein Mithäftling starb, weil er keine medizinische Versorgung erhielt. Ein anderer Mithäftling, dem ebenfalls keine Medizin zukam, erlitt einen Schlaganfall und ist seitdem halbseitig gelähmt.

Mittlerweile haben wir Kontakt zu Randys Mutter. Wer sich für den Fall interessiert, kann sich unter http://www.usp.com.au/fpss/case-randy_james_sachs.html darüber auf dem Laufenden halten.