05 April 2006

8,000 Arbeiter haben in einer Schuhfabrik in Südvietnam gestreikt

Am 14. März 2006 haben ungefähr 8,000 Arbeiter einer Schuhfabrik in Südvietnam gestreikt und damit mehr Lohn gefordert.

Die kommunistische Führung sowie ausländische Firmen haben bereits ihre Sorgen angesichts der enormen Streikwelle zum Ausdruck gebracht. Diese Streikwelle, die vor 3 Monaten südlich von Ho Chi Minh-Stadt begann, sei die schlimmste des Nachkriegs-Vietnams.
Ein ungelernter Arbeiter in Vietnam verdient durchschnittlich 2 US-Dollar am Tag für Arbeit in Fabriken, die Schuhe, Textilien oder andere Exportwaren herstellen.
Alle Gewerkschaften stehen unter dem Schirm der Kommunistischen Partei. Prinzipiell müssen Arbeiter 20 Tage vor dem Streik eine Genehmigung hierfür einholen.
Ein Grund für die höheren Lohnforderungen waren auch die Antidumping-Strafzölle der Europäischen Union. Chinesische und vietnamesische Schuhfabriken hätten unter wettbewerbsverzerrenden Bedingungen Schuhe in die EU exportiert. Nachdem die EU dies festgestellt hatte, verlangten die Arbeiter mehr Gehalt.
Die Strafzölle der EU haben nun wiederum zur Folge, dass viele Schuhfirmen von den vietnamesischen Fabriken verlangen, dass sie die Produktionspreise senken. Eine weitere Folge ist auch, dass diese Firmen einfach in Indonesien, Thailand und Kambodscha produzieren lassen.