19 Juni 2006

Rückblick November 2005

Menschenrechte allgemein

Das vietnamesische Interpol-Büro hat in Zusammenarbeit mit den russischen Polizeibehörden einen Frauenschmuggler-Ring zerschlagen. Die vietnamesischen Frauen wurden mit dem Versprechen von Arbeitsverträgen nach Russland geholt, wo sie dann aber zur Prostitution gezwungen wurden.

Unterdrückung der Religionsfreiheit

Thich Thanh Tu, stellvertretender Vorsitzender des Exekutivrates der Vietnamesischen Buddhistischen Sangha (von der Regierung anerkannte, offizielle buddhistische Religionsgemeinschaft), ist über die Ernennung einiger Ratsvertreter für die UBCV durch Thich Quang Do in seiner Funktion als Vorsitzender des Instituts für die Verbreitung des Dharma empört. Diese Ernennungen seien ungültig und verstießen gegen die Satzung der Vietnamesischen Buddhistischen Sangha und gegen die vietnamesischen Gesetze.
Im November 1981 sind die höchsten Würdenträger der UBCV und andere Würdenträger der acht verschiedenen buddhistischen Organisationen freiwillig der Vietnamesischen Buddhistischen Sangha beigetreten. Damit sei die UBCV ein Mitglied der VBS, betonte Thich Thanh Tu. In der Präambel der Satzung der VBS heißt es, dass die VBS die einzige Organisation in Vietnam sei, die den vietnamesischen Buddhismus in internen und externen Beziehungen vertrete. Demnach sei die UBCV keine unabhängige Organisation mehr, sondern der VBS untergegliedert. Thich Thanh Tu wirft einigen Buddhisten vor, sich gegen das Streben der buddhistischen Mönche nach Einheit und Solidarität zu stellen. Die Buddhisten, die illegalerweise versuchten, die UBCV neu zu organisieren, unterminierten die Solidarität der buddhistischen Organisation der VBS und verletzten die nationalen Interessen.

Am 19. November 2005 gab es Konfrontationen zwischen der Polizei und Buddhisten beim Thanh Minh Zen Kloster. Die Polizisten griffen Thich Quang Do, stellvertretender Führer der verbotenen UBCV, an. Thich Quang Do war gerade dabei, sein Kloster zu verlassen, um an einer Gedenkfeier in der Giac Hoa Pagoda in Saigon teilzunehmen. Diese Gedenkfeier findet normalerweise in der Binh Dinh Provinz statt. Die lokalen kommunistischen Behörden hatten allerdings dem UBCV Patriarchen Thich Huyen Quang verboten, diese Feier im Nguyen Thieu Kloster, in dem er zur Zeit unter Hausarrest steht, zu veranstalten. Aus diesem Grund schrieb er am 13. November an sämtliche Buddhisten im Land, dass sie die Gedenkfeier in ihren eigenen Pagoden veranstalten sollten.
Als die Polizei erfuhr, dass diverse UBCV Würdenträger zu der Gedenkfeier nach Saigon kommen würden, luden sie diese zu Verhören am Samstag Morgen um 8 Uhr ein, der Zeitpunkt, an dem die Gedenkfeier beginnen sollte. Vielen Mönchen und Nonnen wurde es auch verboten, nach Saigon zu reisen. Ab Freitag Abend wurden auch die Telefonverbindungen und Internetzugänge der Giac Hoa Pagoda gekappt, Handynetze wurden blockiert. Als am Samstag Morgen Thich Quang Do die Pagoda in Begleitung von 6 Mönchen verlassen wollte, warteten schon 50 Sicherheitskräfte und Polizisten vor der Pagoda. Sie versuchten, die Mönche wieder in die Pagoda zu schubsen und sie am Rauskommen zu hindern. Ein Mönch (Thich Thien Minh), der schon 26 Jahre Umerziehungslager hinter sich hatte, schrie daraufhin laut um Hilfe und machte somit die Passanten und Anwohner auf die Belästigungen der Polizei aufmerksam. Sie protestierten laut, so dass die Polizei gezwungen war, die Mönche gehen zu lassen. Sie verfolgten sie aber und schmuggelten sich auch später in die Veranstaltung ein, so dass sie dort alles fotografieren und filmen konnten. Nach der Gedenkfeier kam Thich Quang Do unversehrt, aber müde in sein Kloster zurück.

Nach der Ansicht von Thich Vien Dinh, Höherer Mönch bei der Giac Hoa Pagoda und hohes UBCV-Mitglied, ist die UBCV keine illegale und schon gar keine verbotene Organisation. Es gebe nämlich kein offizielles Dokument, Gesetz oder Verordnung, nach der die UBCV verboten wird.

Die Regierung antwortete daraufhin mit der Behauptung, dass die VBS die einzige buddhistische Organisation in Vietnam sei, die die buddhistischen Angelegenheiten verwalte. Aus diesem Grund sind jegliche lokale Ratsbildungen der UBCV nicht anerkannt.