17 März 2008

Trainingshandbuch für Staatsdiener fordert Unterdrückung christlichen Glaubens

Vietnamesische Beamte sollen „die abnormal schnelle und spontane Ausbreitung des protestantischen Christentums in den nördlichen Provinzen entschieden unterdrücken“. Das geht aus einem Trainingshandbuch für Staatsdiener in der sozialistischen Volksrepublik hervor.

Den beiden Organisationen Christian Solidarity Worldwide (Christliche Solidarität Weltweit/CSW) und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)zufolge handelt es sich um eine überarbeitete Version des Handbuchs von 2006 unter dem Titel „Trainingsdokument zu Aufgaben mit der protestantischen Religion in der nördlichen Bergregion“. Obwohl einige Anweisungen jetzt abgeschwächt seien, bleibe die „repressive Absicht“ bestehen, so CSW (London) und IGFM (Frankfurt am Main). Das Buch offenbare ferner, dass die Religion in Vietnam unter dauerndem politischen Verdacht stehe. Ferner träten auch die restriktive Kontrolle von Kirchen und ihren Führungskräften sowie Mängel im Registrierungsverfahren von Hauskirchen in den Bergregionen zutage. Von den 83 Millionen Einwohnern Vietnams sind 54 Prozent Buddhisten, 22 Prozent Nichtreligiöse und acht Prozent Christen – etwa sechs Millionen Katholiken und 1,3 Millionen Protestanten.