19 Oktober 2008

Christen sollen wegen Demonstrationen strafrechtlich verfolgt werden

Wie die Nachrichtenagentur Asianews am Freitag berichtete, hat der Bürgermeister von Hanoi Nguyen The Thao strafrechtliche Konsequenzen für Christen angekündigt, die in den vergangenen Wochen für die Rückgabe des verstaatlichten Kirchenbesitzes demonstriert hatten. Er forderte zudem, dss der Erzbischof von Hanoi, Jospeh Ngo Quang Kiet, seines Amtes enthoben werde. Der Erzbischof habe die Religion dazu gebraucht, bewusst gegen die Interessen des Staates und der Kirche vorzugehen, so die Anschuldigung der Behörden. Die Christen von Hanoi hätten ihr Vertrauen in den Oberhirten verloren, so weitere Mutmaßungen des Hanoier Bürgermeisters. Seinen Anschuldigungen fügte er vor den westlichen Beobachtern aber auch ein Signal der Toleranz hinzu und würdigte die vietnamesischen Katholiken als wichtige Helfer beim Aufbau des Landes.

15 Oktober 2008

Katholiken protestieren in Hanoi

Wie asiatische Medien berichteten, haben mehr als 10.000 vietnamesische Katholiken gegen den geplanten Abriss der früheren Apostolischen Nuntiatur protestiert. Dieser von Priestern und Bischöfen angeführte Protestmarsch war die größte Demonstration in Hanoi seit 1954.Sie errichteten auf offener Strasse einen Altar, um mit Gebeten gegen Pläne der Behörden zu demonstrieren, auf dem Gelände einen Park und eine Bücherei zu errichten. mehr...

offizielle Stellungnahme von ai zur Verfolgung von Katholiken

Amnesty International verurteilt die Verfolgung von Katholiken in dem ostasiatischen Land. In einer Stellungnahme von Donnerstag heißt es, die Regierung solle mit ihren Einschüchterungsversuchen und Angriffen auf die Katholiken aufhören. Es wird befürchtet, dass Bischöfe festgenommen werden könnten. – Die Auseinandersetzungen begannen im vergangenen Jahr. Seit Dezember 2007 demonstrieren Katholiken für die Rückgabe von konfisziertem Kirchengut.

Die offizielle Stellungnahme können Sie hier nachlesen.

Zwei Journalisten verhaftet

Die beiden vietnamesischen Journalisten Nguyen Van Hai und Nguyen Viet Chien,die bereits seit Mai diesen Jahres inhaftiert sind, wurden heute zu jeweils zwei Jahren Haft verurteilt. Sie hatten eine riesige Korruptionsaffäre aufgedeckt, in die Mitglieder des Verkehrsministeriums verwickelt waren. Den Recherchen zufolge hatten sie internationale Hilfsgelder, die für den Bau von Straßen gedacht waren, veruntreut Sie sollen das Geld für Sportwetten ausgegeben haben. Die Affäre wirbelte gehörig Staub auf und führte sogar zum Rücktritt des Verkehrsministers, dessen Stellvertreter wurde verhaftet. Doch vor ein paar Wochen hat sich das Blatt gewendet: Der Vizeminister wurde plötzlich freigelassen, und es wurde ein Anklageschrift gegen die beiden Reporter verfasst. Mitangeklagt sind zwei Polizisten, die den Reportern Informationen gegeben haben sollen. Den Polizisten wird "vorsätzlicher Verrat von Staatsgeheimnissen" vorgeworfen.

Hier der ausführliche Bericht von Reporter ohne Grenzen.