18 November 2009

17.11.2009: Facebook in Vietnam blockiert

Berichten zufolge sei in der vergangenen Zeit der Zugang zu Facebook in Vietnam erschwert bzw. nicht möglich gewesen. Facebook hat in Vietnam rund eine Million Nutzer und ihre Zahl ist in jüngster Zeit stark gestiegen, seitdem die Website auch die vietnamesische Sprache unterstützt. Angeblich habe es Anweisungen von Regierungsseite an Provider gegeben, den Zugang zu Facebook zu blockieren. Vietnam scheint dem Vorbild Chinas folgen zu wollen, das Facebook schon seit Juli blockiert und auch den Zugang zu Twitter und YouTube gesperrt hat.

Quelle:

net-tribune

27.10.2009: International Religious Freedom Report 2009 des US-Außenministeriums

Das US-Außenministerium veröffentlichte am 26.10.2009 seinen internationalen Bericht zur Religionsfreiheit 2009, der erste Bericht der Obama-Regierung.

Insgesamt habe sich die Situation der Religionsfreiheit in Vietnam verbessert. Es gäbe noch schwerwiegende Probleme bei der Umsetzung des rechtlichen Rahmens für Religionsfreiheit, insbesondere auf der Ebene der Provinzen und Dörfer. Religionsgruppen seien insbesondere dann in ihren Aktivitäten beschränkt, wenn die Regierung diese Aktivitäten als Angriff auf die Autorität der Kommunistischen Partei ansieht.

Alle Religionen müssen sich in Vietnam registrieren lassen und eine Ausübungsgenehmigung beantragen. Auf diesem Wege können die Regierung und die Kommunistische Partei die Anzahl und die Aktivitäten der Religionsgruppen beobachten und beeinflussen.

So erhielt die „Assemblies of God“ (AoG) Mitte Oktober 2009 eine „operating license“, welches die erste Stufe auf dem Weg zur Legalität ist. Diese Lizenz erlaubt es allen Gemeinden bzw. Versammlungen der vietnamesischen AoG religiöse Aktivitäten überall im Land für das nächste Jahr auszuüben. Während dieser Zeit muss die AoG eine Grundsatzerklärung vorbereiten, eine Verfassung, Durchführungsverordnungen und einen 4-Jahresarbeitsplan von der Regierung genehmigen lassen. Erst dann darf die AoG eine konstituierende Sitzung einberufen.

Die AoG wäre die neunte protestantische Gruppe, die rechtlich anerkannt wird. Es gibt ca. 70 protestantische Gruppen. Das vietnamesische Religionsgesetz von 2004 verlangt von einer kirchlichen Organisation eine 20jährige Tätigkeit bzw. stabile Organisation, bevor sie gesetzlich anerkannt werden kann. Nur wenige Anträge von protestantischen Gruppen werden positiv beschieden. Damit geht einher, dass die Gruppen ihre Religion zuhause bzw. in privaten Räumen „illegal“ ausüben müssen.

Für Buddhisten – die Mehrheit der Bevölkerung – ist die Vietnamese Buddhist Church (VBC) als organisatorische Einheit zuständig (und von der Regierung anerkannt). Die VBC überwacht alle buddhistischen Organisationen und „Sekten“ in Vietnam, Pagoden in Übersee und schulische Institutionen. Ihre Zustimmung ist notwendig für buddhistische Zeremonien, Spenden an Pagoden und Tempelerweiterungen. Andere buddhistische Organisationen, wie die UBCV, einige Hoa Hao und ethnische buddhistische Khmer-Vereinigungen sind von der Regierung verboten, weil sie unabhängig von einer staatlichen Überwachung arbeiten wollen.

Da in dem Einparteienstaat eine politische Meinungsfreiheit unterdrückt wird, sind Religionsvereinigungen oftmals die einzige Alternative für ein anderes politisches Denken. Aus diesem Grund werden diese Religionsvereinigungen so streng überwacht. Den Bericht selbst kann man unter folgendem Link nachlesen. Er erhält ausführliche Hintergrundinformationen auch zu den unterschiedlichen Glaubensrichtungen und ihre Behandlung bzw. Einschränkung in Vietnam.

Quelle:

http://www.state.gov/g/drl/rls/irf/2009/127294.htm

9.10.2009: Human rights watch berichtet über Ereignisse beim Bat Nha Kloster

Die amerikanische Menschenrechtsorganisation hat unter untenstehendem Link einen Bericht über die Ereignisse beim Bat Nha Kloster erstellt und beleuchtet darin auch die Hintergründe zur Situation der Religionsfreiheit in Vietnam.

Quelle:

HRW - Sharp Backsliding on Religious Freedom

03.11.2009: Vinh Long – Abbruch des Schwesterklosters der St. Paul of Chartre

Berichten zufolge sei das Nonnenkloster der St. Paul of Chartre in Vinh Long (Quang Binh Provinz) im Januar 2009 trotz der Proteste der Diözese abgerissen worden. Es ist dort ein öffentlicher Platz errichtet worden.

Seit dem 7.9.1977 erleide die Diözese Ungerechtigkeiten durch die Behörden. An jenem Tag nahmen die örtlichen Behörden mittels Gewaltanwendung die Kathedrale, das große Priesterseminar und die Schule des Heiligen Kreuzes ein. Alle in der Institution tätigen Personen, einschließlich des Bischofs Monsignor Thomas Nguyen Van Tan, seien verhaftet worden mit dem Vorwurf „jungen Menschen beizubringen, gegen die Revolution und gegen die Befreiung des Landes zu sein“.

Quellen:

Spero-News

08.11.2009: Vinh Diözese in Vietnam (Religionsfreiheit)

Berichten zufolge machen sich die Priester der Vinh Diözese Sorgen um ihre Sicherheit. Zwei Kleriker, Pater Paul Nguyen Dinh Phu und Pater Peter Nguyen The Binh, seien im August 2009 brutal misshandelt worden.

Pater John Nguyen Minh Duong aus Ke Sat sei von der Polizei wegen angeblicher Angriffe gegen einen Mann aus dem Ort verhört worden, obwohl der Pater eine Anzeige gegen diesen Mann aufgegeben hatte. Der Pater hatte es abgelehnt die Eheschließung dieses Mannes durchzuführen, weil er ihn und somit seine Glaubensrichtung nicht kannte. Daraufhin habe er Morddrohungen erhalten, die auf diesen Mann zurückgeführt werden konnten.

Am 5.11.2009 sei Pater Peter Nguyen Van Hun aus Ban Sen zur Polizeiwache geladen und dort mehrere Stunden festgehalten worden, während Beamte in der Zwischenzeit ein Statue der Jungfrau Maria von einem zur Kirche gehörenden Friedhof entfernt hätten. Dafür seien auch Bulldozer eingesetzt worden. Es wird vermutet, dass der Pater nur deshalb verhört worden sei, um ihn vom Friedhof, dem Ort des Geschehens, fernzuhalten.

Quellen: http://www.asianews.it/index.php?l=en&art=16803&size=A http://www.catholicculture.org/news/headlines/index.cfm?storyid=4536