03 April 2011

Verfolgung christlicher Montagnards in Vietnam

Human Rights Watch (HRW) hat am 30. März einen Bericht über die Verfolgung der Montagnard Christen in Vietnam veröffentlicht. Laut HRW haben staatliche Repressionen gegenüber den im zentralen Hochland lebenden christlichen Minderheiten der Montagnards zugenommen. Vor allem Mitglieder nicht registrierter Kirchen würden zunehmend in ihrer religiösen Freiheit eingeschränkt. Die staatliche Registrierung ist Bedingung für die Religionsausübung in Vietnam. Die Regierung erkennt jedoch die Montagnard Christen nicht an, da sie hinter ihrer Religionsausübung Unabhängigkeitsbewegungen vermutet. Sie kämpfen für religiöse Freiheit und auch für das Land, das sie seit vielen Generationen bewohnen. HRW berichtet, dass friedliche Versammlungen immer wieder brutal aufgelöst worden sind. Außerdem hat es eine Vielzahl von Verhaftungen in den vergangenen Jahren gegeben. Allein in 2010 hat es 70 Festnahmen gegeben und mehr als 250 Personen befinden sich derzeit im Gefängnis oder warten auf die Gerichtsverhandlung. Weitere repressive Maßnahmen gegen Gläubige sind subtilere Formen der Einschüchterung wie regelmäßige Hausdurchsuchungen und Verhöre durch die Behörden. Bei Verhören und während der Gefangenschaft kam es oftmals zu Misshandlungen berichtet HRW. Diese haben seit 2001 in mindestens 25 Fällen zum Tode geführt. Zu dem wurden Gläubige genötigt, auf den christlichen Glauben zu verzichten. Weigerungen führten immer wieder dazu, dass sie zur Polizei zitiert wurden, unter Hausarrest gestellt oder öffentlich auf Dorfversammlungen denunziert wurden. Seit 2001 sind Tausende Montagnards aus Vietnam nach Kambodscha geflohen. Die meisten von ihnen wurden als Flüchtlinge anerkannt. Sie sind später in die USA, Schweden, Finnland und Kanada ausgewandert. Am 15. Februar 2011 wurde allerdings das Flüchtlingscamp in Phnom Penh für Asyl suchende Montagnards aus dem Bergland in Vietnam geschlossen. Im Dezember 2010 hatte die kambodschanische Regierung den UN Hochkomissar für Flüchtlinge darum gebeten, das Flüchtlingslager schließen zu dürfen. HRW geht davon aus, dass auch künftig Vietnamesen nach Kambodscha fliehen werden. Solange die vietnamesische Regierung systematisch ihre grundlegenden Rechte verletzt, werden Vietnamesen weiterhin ins Nachbarland fliehen, um den staatlichen Übergriffen zu entfliehen und Asyl zu suchen. Human Rights Watch, 30.03.2011: Montagnard Christians in Vietnam