23 August 2012

Erste Homosexuellen-Parade unter Regenbogenflaggen

Anfang August fand die erste Gay-Pride-Parade in Hanoi statt. Auf bunt geschmückten Motorrollern und Fahrrädern zogen einige Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle und ihre Sympathisanten durch die Straßen der Stadt und schwangen die Regenbogenfahnen – das Symbol dieser Bewegung. Obwohl die Demonstration nicht genehmigt war, wurde sie doch geduldet und nicht durch die Polizei vorzeitig beendet. Begleitet wurde die Parade durch Vertreter der Botschaften Schwedens, Kanadas und das Goethe-Institut Hanois durch Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und eine Konferenz.

In dem kommunistisch regierten Land ist Homosexualität nicht verboten, gilt aber als Tabuthema. Konfuzianische Werte wie Familiensinn und Tradition spielen eine große Rolle. Außerdem wird Homosexualität oft mit Kriminalität und Krankheit in Verbindung gebracht.
Dennoch haben Homosexuelle in Vietnam Ende Juli dieses Jahres überraschend Unterstützung von Justizminister Ha Hung Cuong erhalten. Er brachte das Thema der gleichgeschlechtlichen Ehe ins Gespräch, weshalb es bei der jüngsten Sitzung der Nationalversammlung überhaupt auf der Tagesordnung stehen konnte.
Nach Myanmar und Laos, ist Vietnam das dritte Land, in dem eine Homosexuellen-Parade stattfand.

Quelle:Süddeutsche