25 Januar 2013

Vietnam will eigene Produktion von Gift für Todesspritzen starten



Zum Tode Verurteilte wurden lange Zeit vor Erschiessungskommandos gestellt. Seit Juli 2011 müssen Hinrichtungen mit Giftspritzen durchgeführt werden. Die Todesstrafe wird bei insgesamt 20 Delikten verhängt beispielsweise bei Mord, Vergewaltigung von Kindern und Drogenschmuggel. Seitdem ist allerdings kein Häftling mehr hingerichtet worden, weil das Gift für Exekutionen fehlte. In den Todeszellen sitzen inzwischen mehr als 500 Gefangene.

Vietnamesische Parlamentarier monierten, dass die EU den Verkauf der nötigen Medikamente blockiere, um Vietnam zur Abschaffung der Todesstrafe zu bewegen. Seit 2011 beschränkt die EU die Ausfuhr von Arzneistoffen, die in höherer Dosierung auch für die Hinrichtung von Menschen verwendet werden können. Da Arzneien in einigen Ländern für die Todesstrafe zweckentfremdet werden, besonders durch tödliche Überdosierungen per Injektion, unterliegt die Ausfuhr solcher Stoffe einer strengen Prüfung.

Nun will Vietnam das Gift für Todesspritzen künftig selbst herstellen. Das kündigte der Minister für öffentliche Sicherheit, Tran Dai Quang, laut einem Bericht der Zeitung „Tuoi Tre“ (Donnerstag-Ausgabe) an.

Quellen: News.ch
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