08 Februar 2013

Nguyen Quoc Quan freigelassen

Nguyen Quoc Quan, ein us-amerikanischer Staatsbürger, ist Ende Januar nach acht Monaten Gefängnis ausgewiesen und zu seiner Familie nach Californien zurückgeschickt worden.
Quan war in den 80er Jahren in die USA emigriert. Zu seiner Verhaftung kam es im April letzten Jahres am Flughafen von Ho Chi Minh Stadt. Quan ist der Anführer der in den USA ansässigen vietnamisischen Reformpartei Viet Tan, eine Gruppe, die friedliche Demonstrationen gegen das kommunistische Regime in Hanoi unterstützt und daher von der Regierung als Terrororganisation eingestuft wird. Er wurde bereits im Jahr 2007 festgenommen, nachdem er zu Widerstand gegen den Staat aufgerufen hatte, und ebenfalls ein Jahr später 2008 des Landes verwiesen. Seine erneute Einreise nach Vietnam war demnach von vormherein sehr riskant.

Ursprünglich sollte Quan am 22.1. ein Gerichtsprozess gemacht werden, nachdem 14 Aktivisten zu hohen Haftstrafen wegen ihrer Mitgliedschaft bei Viet Tan verurteilt worden waren. (siehe früherer Eintrag) Der Gerichtstermin wurde jedoch ohne Angaben von Gründen gestrichen und Quan des Landes verwiesen.

Staatliche Medien berichten, Quoc habe vor seiner Ausweisung ein Geständnis unterschrieben, was aber von seiner Frau und anderen Viet Tan Führern bestritten wird. Dies kann aber auch nur zur Gesichtswahrung der vietnamesischen Regierung nach diesem Rückzieher gedient haben. Quans Fall erregte nämlich in Washington einige Aufmerksamkeit. Kongressmitglieder hatten einen offenen Brief an den us-amerikanischen Botschafter in Hanoi versandt, indem dieser aufgefordert wurde, sich für die Freilassung von Quan einzusetzen. Auch Hillary Clinton hatte anlässlich eines Treffens mit vietnamesischen Regierungsvertretern seine Freilassung gefordert.

Vietnam ist an engeren Beziehungen mit Washington interessiert, um im Streit mit China um die Inseln im Südchinesischen Meer deren Unterstützung zu erhalten. Dies machte es schwer, die Bitte Washingtons zu ignorieren.
Als us-Bürger genoss Quan größere Aufmerksamkeit als lokale Aktivisten als beispielsweise diejenigen, die im Januar zu hohen Haftstrafen verurteilt worden waren.

Quellen: The Wall Street Journal