12 Oktober 2014

Katholischer Dissident nach 3 Jahren aus dem Gefängnis entlassen

Der 26-jährige Dau Van Duong wurde am 2. Oktober 2014 nach über dreijähriger Gefangenschaft frühzeitig aus der Haft entlassen. Laut eigener Aussage wurde Duong im Gefängnis schwer misshandelt und sei beinahe an den Folgen gestorben. Des Weiteren sei dem katholischen Dissidenten das Lesen der Bibel untersagt worden.
Duong war seit August 2011 inhaftiert, nachdem er pro-demokratische Flugblätter verteilt hatte, in denen dazu aufgerufen wurde, die Wahlen in der Provinz Nghe An zu boykottieren. Zusammen mit drei weiteren katholischen Jugendlichen war er im Mai 2012 angeklagt worden, „Propaganda gegen den Staat“ zu betreiben. Unter Berufung auf Artikel 88 des vietnamesischen Strafgesetzbuches wurde Duong zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Seine frühzeitige Entlassung, die jedoch weitere 18 Monate Bewährungszeit mit sich zog, wurde damit begründet, er sei erfolgreich „umerzogen“ worden. Er selbst hingegen behauptet genau das Gegenteil sei der Fall und er ist sich sicher, weiter für Gerechtigkeit zu kämpfen und seine Aktivitäten für die katholische Gemeinschaft fortzusetzen.

Die weiteren Angeklagten Tran Huu Duc und Chu Manh Son wurden zu drei Jahren und drei Monaten bzw. drei Jahren Gefängnis sowie einer anschließenden einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der vierte Angeklagte Hoang Phong bekam eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten.
Die vier katholischen Dissidenten waren alle Mitglieder der katholischen Gemeinschaft in Vinh und nahmen an vielen gemeinnützigen Aktivitäten teil. Son kam bereits im Februar frei, während Duc noch immer im Phu Son Gefängnis inhaftiert ist. 

Quelle: UCA News