06 Januar 2015

Flüchtlinge aus dem zentralen Hochland beantragen Asyl in Kambodscha

Nachdem eine Gruppe von dreizehn Montagnards (die Bezeichnung für eine ethnische Minderheit des zentralen Hochlands Vietnams) seit Ende Oktober letzten Jahres in den Wäldern der kambodschanischen Provinz Ratanakiri nahe der vietnamesischen Grenze ausgeharrt hatte, wurden sie nun in die Hauptstadt Phnom Penh überführt, um dort Asyl zu beantragen. Flüchtlingsunterstützer sehen dies als Test für die kambodschanische Regierung, welche sich derzeit parallel auf die Ankunft von eintausend Flüchtlingen aus australischen Strafanstalten vorbereitet.
Beobachter sind weiterhin in Sorge was den Umgang der kambodschanischen Regierung mit Flüchtlingen betrifft und fürchten, dass diese die Montagnards abschieben könnte. Kambodscha ist eines der wenigen Länder Asiens, die das Flüchtlingsabkommen von 1951 ratifiziert hat. In den vergangenen Jahren ersuchten viele Menschen der ehtnischen Minderheit in Kamdoscha politisches Asyl, um der Verfolgung durch die vietnamesische Regierung zu entkommen.Jedoch beugt sich die Regierung immer öfter dem Druck Thailand, Vietnam und Chinas, wenn es darum geht, welche Flüchtlinge im Land bleiben dürfen und welche abgeschoben werden.
Ein geplantes Treffen von Beamten des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und dem UN-Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) mit den Flüchtlingen im Dezember wurde damals von den lokalen Behörden verhindert. Erst zwei Wochen später gelang es ihnen, die Gruppe nun nach Phnom Penh zu überführen.
Die Montagnards flohen wegen massiver Bedrohung, Verfolgung aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit und ihres christlichen Glaubens und der daraus resultierenden Behinderung in ihrer Religionsausübung aus ihrer Heimat, der vietnamesischen Provinz Gia Lai. Dort wurden außerdem viele Kirchen im geschlossen und die ansässigen Pastoren verhaftet. 

Quelle: misna.org