19 Februar 2015

Verdächtiger stirbt nach Polizeigewahrsam – Polizisten verurteilt

Im Zentralen Hochland Vietnam's sind drei Polizisten verurteilt worden, nachdem ein Verdächtiger an den Folgen der ihm in Gewahrsam zugefügten Schläge gestorben war. Der 38-jährige Polizeichef Tran Van Cong sowie die Polizisten Le Van Tam (47) und Nguyen Huu Tuyen (28) wurden der „absichtlich zugefügten Verletzungen“ schuldig gesprochen. Cong erhielt eine Haftstrafe von fünf Jahren, die anderen beiden jeweils viereinhalb Jahre.
Der des Pfefferdiebstahls beschuldigte 39-jährige verdächtigte Bauer Huynh Nghia wurde von den Angeklagten auf das Polizeihauptrevier gebracht und dort mit Schlagstock und Fäusten geschlagen und getreten, so dass er am nächsten Tag zuhause seinen Verletzungen erlag. Die Autopsie ergab 33 Verletzungen und Blutergüsse auf seinem Körper. In der Gerichtsverhandlung standen die Angeklagten die Misshandlungen an Huynh Nghia, gaben jedoch an, nicht die Absicht gehabt zu haben ihn zu töten.

Polizeigewalt ist ein ernsthaftes Problem in Vietnam. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), der im September vergangenen Jahres erschien, wurden in 44 der 58 Provinzen Vietnams sowie in den fünf größten Städten des Landes Misshandlungen durch Polizisten dokumentiert, in manchen Fällen mit Todesfolge. Laut den Opfern wurden diese oftmals durch Gewalt versucht zu Geständnissen zu zwingen, zum Teil für Verbrechen, die sie nicht begangen hatten. Dem Bericht zufolge wurden Todesfälle in Polizeigewahrsam systematisch von der Polizei gedeckt und in dutzenden von Fällen verübten laut den Beamten ansonsten mental und physisch gesunde Menschen Selbstmord. In den lokalen Medien wurde kaum über diese Fälle berichtet, was erneut ein schlechtes Bild auf die staatlich kontrollierten Medien wirft. Polizeibeamten, die derartige Verstöße verübten, müssen kaum mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. HRW fordert die vietnamesische Regierung dazu auf, unverzüglich auf die Vorfälle zu reagieren, Polizisten besser auszubilden, in den Verhörzimmern und Strafanstalten Kameras zu installieren und eine unabhängige Kommission gründen, bei der Beschwerden über Polizeigewalt eingereicht und diese dokumentiert werden können.

Quelle: Qatar Tribune 

Ausführlichere Informationen zu dem Report von Human Rights Watch finden Sie hier: HRW